Die Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik) zählt zu den klassischen und häufigen Eingriffen der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie. Vor allem nach einer starken Gewichtsabnahme oder nach einer Schwangerschaft kann sich die Körpersilhouette verändern, sodass sich viele Patientinnen und Patienten einen flacheren, strafferen und konturierten Bauch wünschen. Dabei wird oft angenommen, dass sich die Bauchstraffung ausschließlich auf die erschlaffte und überschüssige Haut bezieht. In der Realität geht es in der Regel aber um noch mehr: Neben der Haut werden auch die tieferliegenden Strukturen bei der Abdominoplastik mitbehandelt. Auch die Bauchmuskeln können oftmals gedehnt oder geschwächt sein, was sowohl Ästhetik als auch Funktion des Körpers beeinflussen kann. In solchen Fällen wird die Bauchdeckenstraffung mit einer sogenannten Muskelplastik kombiniert.
Warum das wichtig ist und wann eine Muskelstraffung sinnvoll ist, erklären wir in diesem Beitrag.
Was passiert bei einer klassischen Bauchstraffung?
Ziel einer Bauchdeckenstraffung ist es, erschlaffte Gewebeüberschüsse dauerhaft zu entfernen und dadurch die Körperform zu verbessern. Dafür wird ein horizontaler Schnitt entlang der Schamgrenze gesetzt, die Bauchdecke gelöst und straffgezogen. Der Überschuss wird operativ reduziert. Zusätzlich entfernt der Ästhetisch-Plastische Chirurg auch störende Fettdepots. Oftmals ist es erforderlich, dass auch der Bauchnabel versetzt wird. Je nach Umfang des Eingriffs kann die Bauchstraffung mehrere Stunden umfassen.
Die Haut und das darunterliegende Gewebe sind jedoch lediglich die äußerste Schicht des Bauchs. Darunter liegen die geraden Bauchmuskeln, die eine tragende Rolle für Körperhaltung, Rumpfstabilität, Leistungsfähigkeit und sogar Atmung spielen. Bei der Planung einer Bauchstraffung sollten auch diese wichtigen Strukturen berücksichtigt werden.
Warum die Bauchmuskeln oft mitbetroffen sind
Insbesondere Schwangerschaften, starkes Übergewicht oder wiederholte Gewichtsschwankungen belasten nicht nur die Haut, sondern auch das Bindegewebe und die Muskulatur. Infolgedessen kann es zu einer sogenannten Rektusdiastase kommen. Dabei driften die beiden geraden Bauchmuskeln entlang der Mittellinie (Linea alba) auseinander, wodurch sich diese Lücke erweitert. Die Muskulatur verliert dadurch an Kraft.
Diese Lücke kann wenige Zentimeter breit sein, in manchen Fällen aber auch deutlich über fünf Zentimeter hinausgehen. Optisch kann sich eine Rektusdiastase durch eine Wölbung des Bauches („Kugelbauch“) bemerkbar machen. Dieser wird von den Betroffenen oft als unschön erachtet. Auch Beschwerden wie Rückenschmerzen, eine instabile Körpermitte oder sogar Verdauungsprobleme können damit einhergehen.
Wann ist eine Muskelstraffung sinnvoll?
Bei einer erschlafften Muskulatur oder einer Rektusdiastase gilt Folgendes zu beachten: Eine reine Hautstraffung würde in den meisten Fällen zwar das äußere Erscheinungsbild verbessern können, ein signifikanter Teil des eigentlichen Problems bliebe aber bestehen. Für ein gesundes und optimales Ergebnis prüft der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie daher im Vorfeld, ob neben dem Hautüberschuss auch andere Strukturen betroffen sind und mitbehandelt werden sollten.
Bei der Muskelplastik oder der Korrektur der Rektusdiastase werden die auseinanderweichenden Muskelstränge wieder näher zueinander geführt, um der Muskulatur wieder mehr Kraft und Stabilität zu verleihen. Dadurch wird die Bauchwand wieder fester und bietet dem Ergebnis der Bauchstraffung einen besseren Halt. Zudem können Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Haltungsschäden dadurch gelindert werden.
Vorteile der kombinierten Muskelstraffung im Überblick
1. Bessere Ästhetik
Ein flacher Bauch ist nicht nur eine Frage der Haut, auch die muskuläre Struktur darunter formt die Kontur maßgeblich. Durch die Wiederherstellung der Mittellinie wirkt der Bauch harmonischer und natürlich geformt.
2. Funktionelle Verbesserung
Viele Patient:innen berichten nach der Operation von einer verbesserten Rumpfstabilität, weniger Rückenschmerzen und einer besseren Körperhaltung. Das liegt daran, dass die zentrale Muskulatur wieder richtig arbeiten kann.
3. Langfristigere Ergebnisse
Eine reine Hautstraffung kann durch die instabile Bauchwand langfristig an Effekt verlieren. Wird die Muskulatur mitbehandelt, bleibt das Ergebnis in der Regel stabiler.
Ist eine Muskelstraffung immer notwendig?
Nein, nicht bei jeder Bauchdeckenstraffung ist auch eine Muskelstraffung erforderlich. Bei Patient:innen ohne nennenswerte Rektusdiastase oder muskuläre Schwäche kann auf diesen Schritt verzichtet werden.
Die Entscheidung trifft der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie nach einer gründlichen Untersuchung. Bei Bedarf kann neben der Anamnese und einem Tastbefund auch eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden, um die körpereigenen Strukturen besser beurteilen zu können.
Fazit: Ästhetik und Funktionalität bei einer Bauchstraffung
In erster Linie ist die Bauchstraffung ein ästhetischer Eingriff, der dazu dient, das Erscheinungsbild und das Körpergefühl der Patient:innen zu verbessern. Darüber hinaus umfasst die Abdominoplastik – insbesondere in Kombination mit einer Muskelstraffung – auch funktionelle Aspekte. Eine gedehnte oder geschwächte Bauchmuskulatur kann sowohl die Optik als auch die Kraft negativ beeinflussen und Beschwerden wie Rückenschmerzen verursachen. Im Rahmen einer Bauchdeckenstraffung kann die Muskulatur mitbehandelt werden. Wichtig ist, dass die Planung individuell und mit großer Sorgfalt erfolgt.
Wenn Sie mehr zur Bauchstraffung in unserer Klinik erfahren wollen, wenden Sie sich gern jederzeit an uns. In einem vertrauensvollen und persönlichen Beratungsgespräch klären wir Sie umfassend über die Möglichkeiten und Einzelheiten einer Bauchdeckenstraffung auf. Wir freuen uns auf Sie!
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letzte Aktualisierung: 31.05.2025
