Falten ade: Der Unterschied zwischen Botox® und Hyaluronsäure

Im Bereich der minimalinvasiven Faltenbehandlung sind Botulinumtoxin (kurz Botox®) und Hyaluronsäure wohl die bekanntesten und beliebtesten zwei Wirkstoffe. Dennoch haben die beiden auch eine Menge Unterschiede hinsichtlich ihrer Wirkungsweise, Anwendungsgebiete und Behandlungsziele. Wie sich Botox® und Hyaluronsäure voneinander unterscheiden, möchten wir in diesem Beitrag etwas genauer beleuchten.

Die Wirkungsweise und Ziele von Botox® und Fillern

Botulinumtoxin ist ein sogenannter Muskelentspanner. Im Körper sorgt es dafür, dass im Behandlungsbereich weniger Acetylcholin ausgeschüttet wird. Dies ist ein Neurotransmitter, der Informationen von den Nerven auf die Muskeln überträgt. Fehlt er, erhält der Muskel dementsprechend nicht den Reiz, sich zusammenzuziehen, sondern bleibt entspannt. Dies soll dazu beitragen, dass sich auch die darüberliegende Haut glättet und störende mimische Falten dadurch nicht gebildet werden.

Im Falle von Hyaluronsäure besteht das Ziel darin, bestimmten Partien mehr Fülle und Volumen zu verleihen. Hyaluronsäure ist ein körpereigener Stoff, der die Eigenschaft besitzt, viel Wasser an sich zu binden. Infolgedessen besitzt sie eine sehr gute Hebekraft, mit der beispielsweise tiefe Falten von innen heraus aufgefüllt und geglättet werden können. Zusätzlich ist es unter anderem möglich, Bereiche wie die Wangen oder die Lippen zu unterspritzen und harmonischer erscheinen zu lassen. Ebenso können Konturen mit Hyaluronsäure klarer hervorgerufen werden.

Die Anwendungsbereiche im Vergleich

Botox® wird vorrangig bei mimischen oder dynamischen Falten eingesetzt. Diese Art von Falten entsteht durch die kontinuierliche Muskelbewegung im Gesicht. Ziehen wir zum Beispiel die Augenbrauen zusammen oder legen wir die Stirn wortwörtlich in Falten, wird die Haut zusammengedrückt. Zusammen mit dem natürlichen Nachlassen der Hautelastizität entstehen dadurch die unliebsamen Linien auf der Haut, die sich mit der Zeit verstärken können. Zunächst sind mimische Falten also nur bei der entsprechenden Mimik sichtbar, später können sie auch im entspannten Zustand auffallen.

Überdies kann Botox® zur Behandlung von starkem Schwitzen, Migräne, Zähneknirschen und Schielen angewandt werden.

Hyaluronsäure konzentriert sich hingegen auf statische Falten. Sie entstehen durch die natürliche Hautalterung und dem voranschreitenden Elastizitätsverlust. Sie treten unabhängig von der Mimik auf und werden hingegen durch die Schwerkraft begünstigt. Des Weiteren kann Hyaluronsäure zur Volumen- und Konturbehandlung eingesetzt werden sowie den Feuchtigkeitsgehalt der Haut verbessern. Je nach Art der Hyaluronsäure dient sie der Hydration, Faltenbehandlung oder Volumenkorrektur.

Wirkung auf die Haut

Botox® wirkt in dem Sinne nicht direkt auf die Haut ein, sondern auf die Muskeln. Der hautglättende Effekt ist dabei ein positiver Nebeneffekt. Auch die Hautstruktur wird durch Botulinumtoxin nicht beeinflusst.

Bei Hyaluronsäure hingegen wird die Haut aufgepolstert. Zudem wird die Bildung von Kollagen angeregt. Mithilfe von Hyaluronsäure können die Hautelastizität und die Feuchtigkeitsversorgung verbessert werden.

Wie lange hält die Wirkung jeweils an?

Auch hinsichtlich der Effektdauer zeigen sich Unterschiede bei den beiden Wirkstoffen. Ihre Gemeinsamkeit besteht zunächst darin, dass sowohl Botox® als auch Hyaluronsäure wieder vom Körper abgebaut werden und so keine dauerhaften Ergebnisse erzielen. Für anhaltende Effekte müssen die Behandlungen in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Die Muskelentspannung durch Botox® setzt nach wenigen Tagen ein, verstärkt sich und hat etwa am zehnten Tag ihren Höhepunkt erreicht. Sie hält für gewöhnlich etwa drei bis sechs Monate an. Die Dauer hängt unter anderem von der Dosierung, dem Anwendungsbereich und dem individuellen Stoffwechsel ab.

Bei Hyaluronsäure ist unmittelbar nach der Behandlung ein erster Soforteffekt sichtbar. Nach und nach können sich die Ergebnisse noch verbessern, da die Kollagenbildung angeregt wird und dies einen nachgelagerten Straffungseffekt hervorbringen kann. Im Durchschnitt halten die Ergebnisse einer Hyaluron-Behandlung etwa sechs bis zwölf Monate an, manchmal sogar bis zu 18 Monate. Abhängig ist die Dauer unter anderem von der Art der verwendeten Hyaluronsäure. So gibt es vernetzte und nicht vernetzte Hyaluronsäure. Welche sich anbietet, richtet sich nach dem Behandlungsgrund. Auch der individuelle Stoffwechsel spielt hierbei wieder eine Rolle.

Können Botox® und Hyaluron kombiniert werden?

Welche Behandlung sich anbietet, wird individuell untersucht und besprochen. Für ein harmonisches Gesamtergebnis ist es auch durchaus möglich, Botox® und Hyaluronsäure gemeinsam einzusetzen. Wenn Sie mehr über die jeweiligen Behandlungsoptionen erfahren möchten, vereinbaren Sie gern einen Termin für ein persönliches und unverbindliches Beratungsgespräch in unserer Klinik für Plastische Chirurgie in Degerloch. Wir freuen uns auf Sie!

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Bild: © iStock.com/Elena Safonova

letzte Aktualisierung: 25.11.2024